Tätigkeitsfelder

Wegweiser durch die Krise

Über 30 Jahre Erfahrung im Insolvenzrecht sowie aus über 300 Firmeninsolvenzen, sind die Wegbereiter für kreative Lösungen auch in den schwierigsten Situationen.

Versierte Krisenintervention
Kompetente Begleitung im Sanierungsprozess
Innovative Resultate

Wir helfen Ihnen, Ihr Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Kanzlei Valentiner
Bahnhofstraße 30A
29221 Celle

Sanierung

Der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Verhandlung mit Banken, Behörden und Lieferanten und die Frage, wie führe ich das Unternehmen zur Restrukturierung?

Sowohl als Einzelunternehmen, als auch als Gesellschaft oder Freiberufler – in der Firmeninsolvenz sind viele Problemfelder auf einmal zu behandeln. Dabei einen Überblick zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Hilfe in Form der richtigen Beratung bei der Wahl der Sanierungsinstrumente nimmt Ihnen die Last von den Schultern und liefert Ihnen fachliche Kompetenz in Rechts- und Haftungsfragen.

Wenn Sie in eine Krise steuern, müssen Sie umgehend handeln. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Wir agieren schnell, um Sie vor weiteren Verlusten zu bewahren und Ihr Unternehmen aus der Insolvenz zu retten. Gemeinsam bestreiten wir die Verhandlungen mit Kreditinstituten, Finanzämtern, Sozialversicherungsträgern, Geschäftspartnern und auch im Arbeitnehmerbereich. Der erste Schritt ist ein Sanierungskonzept zur Schadensbegrenzung. Das bedeutet, Sie treffen mit uns eine Entscheidung zwischen Liquidation und Sanierung und wir finden einen Weg.

Wir lassen keine Fragen offen, übernehmen persönliche Beratung, Hilfestellung beim Insolvenzantrag und begleiten Sie im Insolvenzverfahren. Es ist wichtig, einen Berater zu haben, der die gesamte Bandbreite der Problemstellungen abdeckt, die im Zusammenhang mit Insolvenzen auftreten können. Für jeden Fall erarbeiten wir maßgeschneiderte Lösungskonzepte, indem wir uns mit der Thematik eingehend auseinandersetzen und den Fokus zielsicher auf Ihre Interessen z.B. Betriebsfortführung, richten. Dabei decken wir jede Nische von fachspezifischem betriebswirtschaftlichen und kaufmännischem Wissen über Vertragsrecht im insolvenzrechtlichen Kontext bis hin zur Geschäftsführerhaftung und der Abwehr von Anfechtungsansprüchen ab.

Sprechen Sie uns gezielt auf Ihre Probleme an, sodass wir konkret auf Ihre Situation eingehen können.

Firmeninsolvenz

Im Rahmen der Insolvenz wird ein Unternehmen liquidiert oder saniert. Selbstständige wie Einzelunternehmer und Freiberufler profitieren unter Umständen von der Restschuldbefreiung.

Die InsO definiert genau, wann eine Firma insolvent ist. Es gibt folgende Eröffnungsgründe für eine Firmeninsolvenz:

Zahlungsunfähigkeit
Drohende Zahlungsunfähigkeit
Überschuldung

Eine Insolvenzantragspflicht besteht für juristische Personen, wenn diese zahlungsunfähig und/oder überschuldet sind.

Erster allgemeiner Eröffnungsgrund ist die Zahlungsunfähigkeit. Diese liegt laut § 17 Abs. 2 InsO vor, wenn ein Schuldner nicht dazu in der Lage ist, seinen fälligen Zahlungspflichten nachzukommen. Dies ist im Normalfall anzunehmen, wenn er seine Zahlungen eingestellt hat.

Des Weiteren stellt auch die drohende Zahlungsunfähigkeit den Eröffnungsgrund für eine Firmeninsolvenz (Regelinsolvenz) dar. Gemäß § 18 Abs. 2 InsO ist dies gegeben, wenn der Schuldner aller Voraussicht nach nicht dazu in der Lage sein wird, seine bestehenden Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen.

Bei juristischen Personen, z. B. einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft (AG), gilt auch die Überschuldung als Insolvenzgrund. Diese ist in § 19 Abs. 2 InsO näher definiert:

Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich.

Wann müssen Sie eine Firmeninsolvenz beantragen?

Juristische Personen müssen laut § 15a Abs. 1 S. 1 InsO immer dann Insolvenz anmelden, wenn sie zahlungsunfähig sind und/oder überschuldet. Dies gilt z. B. für Unternehmen mit folgender Rechtsform:

Gesellschaft mit persönlicher Haftung (GmbH)
Aktiengesellschaften (AG)
eingetragene Genossenschaften
haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG)

Bei drohender Zahlungsunfähigkeit müssen diese Firmen keine Insolvenz anmelden. Sie können es aber tun, um ihr Unternehmen zu retten.

Neben diesen Unternehmensformen gibt es jedoch noch andere Firmen. Gemäß § 15 a Abs. 1 Satz 2 InsO besteht bei für diese nur dann eine Antragspflicht , wenn der persönlich haftende Gesellschafter keine natürliche Person ist. Das trifft z. B. auf die Rechtsform der GmbH & Co. KG zu, denn hier fungiert die GmbH als persönlich haftender Gesellschafter.

Spätestens drei Wochen ab Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung müssen die zuständigen Personen gemäß § 15 a Abs. 1 InsO eine Firmeninsolvenz anmelden. Tun Sie dies nicht, können sie sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar machen. Es droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Wichtige Information

Vor einigen Tagen hat der Gesetzgeber im Zuge der Corona-Krise beschlossen, die hier beschriebene Insolvenzantragspflicht für Geschäftsleiter juristischer Personen vorübergehend bis zum 30.09.2020 auszusetzen. Dies gilt aber nur für die Fälle, in denen Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung auf den Folgen der Covid-19-Pandemie beruhen. Weitere Voraussetzung für die temporäre Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist das Erfordernis, dass Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen.

Der Gesetzgeber hat im Zusammenhang mit der vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht noch einige weitere Haftungserleichterungen für Geschäftsleiter juristischer Personen beschlossen. Falls Sie an Details interessiert sind: Rufen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie!

Bei Unternehmen, welche folgende Rechtsformen besitzen, besteht gewöhnlich keine Pflicht, Firmeninsolvenz anzumelden, weil deren Gesellschafter bzw. Unternehmer persönlich mit ihrem Privatvermögen haften:

offene Handelsgesellschaft (OHG)
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Kommanditgesellschaft (KG)
Einzelkaufmann (e.K.)
Freiberufler, sofern sie keine GmbH oder andere juristische Person gründen

Viele Schuldner und Einzelunternehmer sind verunsichert, was die Insolvenzverschleppung betrifft. Das Gleiche gilt für die Gesellschafter der OHG oder GbR (Insolvenzverschleppung bei einer OHG). Alle Betroffenen stehen jedoch als natürliche Personen vor dem Gesetz. Grundsätzlich sind natürliche Personen nicht zu einem Insolvenzantrag verpflichtet. Dies gilt auch, wenn die Zahlungsunfähigkeit schon länger vorliegt. Selbst Freiberufler oder Mitglieder der KG müssen auch keine Insolvenzantragspflicht beachten. Anders verhält es sich, wenn es keinen voll haftenden Gesellschafter mehr gibt. Gründen beispielsweise zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) gemeinsam eine OHG, so braucht diese Gesellschaft wiederum einen voll haftenden Gesellschafter. Gelangt die OHG in Zahlungsschwierigkeiten, muss in diesem Fall schnell gehandelt und die Insolvenz angemeldet werden. Hat die OHG jedoch eine natürliche Person als Gesellschafter, besteht keine Antragspflicht zur Insolvenz.  Auch ohne Antragspflicht kann man sich jedoch in einer solchen Situation strafbar machen. Schließlich können Sie auch als Freiberufler oder in einer OHG mit Zahlungsschwierigkeiten nicht einfach weiter wirtschaften, wie bisher. Die größte Gefahr geht von einem Betrug, dem Eingehungsbetrug, aus. In diesem Fall gehen Sie Verbindlichkeiten ein, obwohl Sie vorher genau wissen, dass Sie diese Verbindlichkeiten nicht erfüllen können. Somit können also auch Gesellschafter von Personengesellschaften haftbar gemacht werden.   

An der Gefahr, sich im Falle der Zahlungsunfähigkeit in den Bereich der Strafbarkeit wegen Eingehungsbetrug zu begeben, ändert sich durch die oben erwähnte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Geschäftsführer juristischer Personen ausdrücklich nichts. Der Geschäftsführer einer GmbH muss sich nach wie vor sicher sein können, eingegangene Verpflichtungen bei Fälligkeit erfüllen zu können, will er sich nicht der Gefahr aussetzen, wegen eines Eingehungsbetruges belangt zu werden.

Privatinsolvenz

Eine Privatperson, die ihre Schulden nicht bezahlen kann, gilt als zahlungsunfähig. Erst wenn bereits ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert ist, greift ein vereinfachtes Insolvenzverfahren mit dem Ziel, Ihre Schulden zu begleichen.

In solchen Fällen sind Vertrauen und Transparenz zwischen Ihnen und Ihrem Insolvenzverwalter maßgebend. Wir legen hier ganz besonderen Wert auf persönliche Beratungsgespräche und begleiten Sie konsequent durch das Verfahren und auf dem Weg aus den Schulden.

Rechtsanwalt Thomas Nestroy informiert Sie umfassend und steht Ihnen zu jeglichen Rechtsfragen mit Fachwissen und Erfahrung zur Seite, sodass Sie sich zu keinem Zeitpunkt mit unbekannten Problemstellungen allein gelassen fühlen. Daher unterstützen wir Sie bei der Antragstellung und prüfen jeden Fall schnell und gründlich.

Nach derzeitig noch gültiger Rechtsprechung können Sie von Ihren Verbindlichkeiten spätestens 6 Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens befreit werden.
Nach 5 Jahren erlangen Sie die Restschuldbefreiung, wenn bis dahin die Kosten des Verfahrens gedeckt sind.
Nach 3 Jahren erlangen Sie die Restschuldbefreiung, wenn Sie die gesamten Verfahrenskosten und mindestens 35 % der Forderungen der Gläubiger bezahlt haben.

In Zukunft können Sie die Restschuldbefreiung wahrscheinlich aber schon viel früher erlangen. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung wird der Zeitraum der Restschuldbefreiung schrittweise auf max. 3 Jahre nach der Verfahrenseröffnung reduziert, ohne dass der Schuldner die Verfahrenskosten oder eine bestimmte Quote von Gläubigerforderungen bezahlt haben muss.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, dass Auskunfteien gespeicherte Informationen über Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiungsverfahren binnen eines Jahres löschen müssen.

Wenn der Gesetzgeber die Restschuldbefreiung im Sinne des Regierungsentwurfs neu regelt (wovon auszugehen ist), dann können Privatpersonen und auch einzelkaufmännisch tätige Unternehmer sich ihrer Schulden innerhalb viel kürzerer Zeit entledigen.

Lassen Sie sich von uns umfassend beraten und gemeinsam finden wir einen Weg aus der Krise.

Kanzlei Valentiner
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